Wolfgang Bagus

Kurz-Vita

01.01.1933
 
  geboren in Frankfurt am Main
 
1957
 
  Studium der Fotografie in Köln
 
1959
 
  Abschluss als Ingenieur
 
seit 1975
 
  in Dreieich, vorher Lebensstationen im Rheinland
 
2012
 
  nach seinem Tod als "Affichist aus Frankfurt" entdeckt und gewürdigt
 

Interview mit Kim Bagus (Tochter)

1.) Wie sah die Verbindung und Verbundenheit Ihres Vaters zur Region aus?
Bagus: Mein Vater war als Mensch ein echter Frankfurter, als Vater und Großvater ein echter Buchschlager und als Künstler ein echter Europäer.

2.) Hat sich sein Werdegang als Künstler schon in seiner Kindheit abgezeichnet? Wie kam er zur Kunst?
Bagus: Durch eine Jugendsünde: In den Ruinen einer ausgebombten Frankfurter Kirche fand er im Chaos eine gotische Holzschnitzerei und nahm sie mit. Der Weg zum Affichisten war also vorgezeichnet.

3.) Gab es richtungsweisende Ereignisse im Laufe seiner künstlerischen Laufbahn an die Sie sich heute noch erinnern können?
Bagus: Oh ja, und sehr gerne! Meine Eltern waren gut vernetzt, in der rheinländischen Kunstszene der 70er Jahre. Meine Mutter leitete den Kunstverein im Schloß Morsbroich in Leverkusen (wo sich später der Skandal um die geputzte Beuys-Badewanne abspielte, aber da wohnten wir schon in Frankfurt am Main ...). Ich erinnere mich lebhaft an wilde Vernissagen und Happenings. Und dort trafen meine Eltern auf berühmte Künstler, die sie sehr prägten. Aber auch in Buchschlag war wenige Jahre später einiges los: Mit meinem Vater klebte ich bei einer Kunstaktion Buchstaben aus Russisch Brot auf eine Buche, während Adam Seide auf der Treppe der Villa Lina Dramatisches deklamierte.

4.) Woraus zog er Anregungen für neue Werke und Ideen?
Bagus: Mein Vater hatte ständig neue Ideen im Kopf, und auch in der Umsetzung war er sehr produktiv. Er suchte immer das Abstrakte im Konkreten und "las" bei seinen vielen Reisen die Straßen nach solchen Strukturen ab. Die Kamera war immer griffbereit dabei.

Zahlen - Daten - Fakten zu Wolfgang Bagus

  • Vollständige Vita – Wolfgang Bagus
  • Ausstellungen
1952
 
lernt Wolfgang Bagus in der Zimmergalerie die Gründer der Quadriga Karl Otto Götz, Otto Greis, Heinz Kreutz und Bernhard Schulze persönlich kennen. Zusammen mit Arnulf Rainer gestaltet er ein informelles Bild. Ausweitung der künstlerischen Tätigkeit, z.B. als Bühnenbildner im Zimmertheater der Synagoge unter der Leitung von Stanislaw Drózdz, Schwerpunkt auf Malerei und Fotografie.
 
1957
 
technisch-wissenschaftliches Studium an der Staatlichen Höheren Fachschule für Photographie in Köln, 1959 Abschluss als Ingenieur, anschließend Röntgen-Ingenieur im Rheinland.
 
  Kontakt zu den Kunstszenen in Köln, Düsseldorf und Dank des Vorsitzes seiner Frau im Freundeskreis Schloss Morsbroich in Leverkusen persönliche Begegnungen mit der Kunst-Avantgarde der sechziger Jahre: Otto Piene, Günther Uecker, Klaus Rinke, Joachim Bandau, Victor Bonato, Siegfried Reich an der Stolpe, Heinz Dunkelgod und vielen anderen Künstlern, u.a. der Gruppen Zero und Cobra, des Informel und der Affichisten. In Morsbroich stellte der deutsche Affichist und Fluxus-Gründer Wolf Vostell aus.
 
  Danach wendet sich Bagus vermehrt den Techniken der Collage und Décollage zu.
 
1974
 
Umzug der Familie nach Frankfurt
 
1978
 
nach Dreieich-Buchschlag
 
2005
 
Übersiedlung in das GDA-Stift in Frankfurt, wo Bagus 2011 verstirbt
 

Hängung einer Auswahl von Werken im Rathaus in Dreieich (2010-2011)

"Wolfgang Bagus – Werkschau", Städtische Galerie Dreieich, Herbst 2011

"Wolfgang Bagus – ein Affichist aus Frankfurt", Frankfurter Künstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus Frankfurt, Sommer 2015

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