Inge Hagner

Kurz-Vita

1936 geboren in Frankfur am Main
 
Studium an der Werkkunstschule in Offenbach am Main (Metallklasse) und besuchte danach die Zeichenakademie in Hanau
 
Auslandsaufenthalt in Paris bei Kupferschmied und Schriftsteller Georg Gläser
 
Von 1960 bis heute gewann sie zahlreiche Wettbewerbe

Interview mit Inge Hagner

1.) Sie kommen ursprünglich aus Frankfurt und haben in Offenbach und Hanau studiert. Lange Zeit wohnten Sie auch in Langen. Wie sieht Ihre heutige Verbindung und Verbundenheit zu dieser Region aus?
Hagner: Meine Verbundenheit zu dieser Region ist sehr stark, da ich schon immer hier lebe und ich mehrere Kunstwerke im öffentlichen Raum der Region geschaffen habe.

2.) Was möchten Sie in Ihrer Kunst vermitteln?
Hagner: Ich möchte mit meiner Kunst zum Nachdenken anregen. Ich möchte, dass der Betrachter die psychische Beschaffenheit, das Wesen des Menschen, das ich in meinen Plastiken und Bildern darstelle, erkennt. Bei meinen Arbeiten im öffentlichen Raum versuche ich ganz nah bei den Menschen zu sein, denn für sie werden die Werke konzipiert.

3.) Gab es richtungsweisende Ereignisse im Laufe Ihrer künstlerischen Laufbahn, an die Sie heute noch oft zurückdenken?
Hagner: Es war seit meiner Kindheit die Jazzmusik, die mich zum freiheitlichen Denken und Fühlen anregte. Während der Nazizeit bekam ich mit, wenn meine Mutter im Radio die Jazzsendung der BBC London hörte.
Außergewöhnliche kreative Menschen wollte und durfte ich kennen lernen. Als Teenager besuchte ich Jazzkonzerte, lernte Duke Ellington kennen. Er nahm mich als Maskottchen zu seinem Konzert in Marburg mit. Louis Armstrong und Big Bill Broonzy traf ich. Lester Young brachte mir sogar einen alten Swing-Tanzstil bei. Natürlich kannte ich auch alle Frankfurter Jazzmusiker von Carlo Bohländer bis zu den Mangelsdorffs. Albert Mangelsdorff widmete ich später eine Plastik.
Ich spielte Handball zu der Zeit und war begeistert von den Harlem Golbetrotters. Sie spielten im Frankfurter Stadion und ich lernte die Ballkünstler und Jesse Owens, der sie begleitete, kennen. Dann traten Horst Lippmann und später Fritz Rau in mein Leben. Mit den beiden war ich bis zu ihrem Tode befreundet.
Backstage wurden mir die berühmten Musiker vorgestellt – das Modern Jazzquartet und auch mit Ihnen war ich lange Zeit befreundet.
Von Ray Charles, John Coltrane und Michel Petrucciani gestaltete ich Plastiken. Auch von Chet Baker machte ich eine Zeichnung und ein Portrait in Kupfer. Fritz Rau stellte mir auch Jimi Hendrix vor. Seine Musik begeisterte mich, obwohl er kein Jazzer war. Zu meinen Freunden gehört auch Klaus Doldinger, wir kennen uns seit der Jugend.
In den 1950er Jahren lernte ich auf einer Party Horst Janssen kennen. Wir waren einige Zeit zusammen. Ich verließ ihn, da ich seine Alkoholexzesse nicht mehr ertrug. Ich ging nach Paris zu dem Kupferschmied und Schriftsteller Georg Gläser. Bei ihm habe ich durch das Zuschauen bei seiner Arbeit das Kupferhandwerk gelernt.

4.) Sie greifen manchmal in Ihrer Kunst, wie zum Beispiel bei Ihrer Plastik "Ziege" auf ein Objekt aus der Natur zurück. Welche Rolle spielen die Umwelt und die Natur in Ihrem Leben und in Ihrer Kunst?
Hagner: Ich liebe Tiere und kann mich in sie hinein versetzen. Bei Gestaltung eines Tieres versuche ich die Individualität zu zeigen.
Der Natur bin ich sehr verbunden. Die Umwelt mit ihrer zunehmenden Brutalität und deren Verschmutzung, trifft mich tief. Die Verarbeitung dieser Missstände sind in meinen Plastiken und Bildern enthalten. Vordergründig ist der Vorwurf in einer, in den 1980er Jahren entstandenen Plastik zu erkennen, die sich gegen die Ölverschmutzung der Meere richtet.

Zahlen – Daten – Fakten zu Inge Hagner

  • Vollständige Vita – Inge Hagner
  • Kunst am Bau
  • Ausstellungen (Auswahl)

Inge Hagner wurde 1936 in Frankfurt am Main geboren.
Sie studierte an der Werkkunstschule in Offenbach am Main (Metallklasse) und besuchte danach die Zeichenakademie in Hanau. Anschließend war Sie ein Jahr in Paris bei dem Kupferschmied und Schriftsteller Georg Gläser.
Von 1960 bis heute gewann sie zahlreiche Wettbewerbe zur künstlerischen Gestaltung und Ausführung von öffentlichen Gebäuden und Plätzen.

1960
 
Kupferbrunnen, Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main
 
1961

 
Kupferbrunnen vor dem Kindergarten, Frankfurt am Main - Höchst
 
1962

 
Brunnenplastik "Familie" vor der Albert-Schweitzer-Schule in Langen
 
1963

 
Wettbewerb für die Wandgestaltung der U-Bahnhöfe in Frankfurt am Main
 
1964
 
Betonbrunnen "Einstein" vor der Albert-Einstein-Schule
 
1964/1965

 
Trennwände und Kupferfries für die Jahrhunderthalle, Frankfurt am Main - Höchst
 
1965

 
Ciboriumkranz, 5m Ø (Kupfer mit Glasbrocken), Matthias-Kirche in Frankfurt am Main - Nordweststadt
 
1966
 
Auftragsarbeiten in dem Genres Schmuck
 
1967
 
Kupfertor für die Trauerhalle in Langen
 
1968/1969
 
Möbeldesign für die Kunststoff-Fabrik Feierbach, Altenstadt
 
1970
 
Lampenbaum aus Plexiglas, Höhe 9m, Bürgerhaus Butzbach
 
1972
 
Rotlava-Wand im Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen
 
1972

 
Skulpturale Holzwand für die Kegelbahn im Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen
 
1973
 
Betonbrunnen-Anlage vor der Schule in Friedrichsdorf
 
1974
 
Glockenturm aus Beton, Höhe 8m, Friedhof Ober-Roden
 
1975
 
Emaillierte Leitsystem-Tafel für die U-Bahn in Bonn
 
1976

 
Stahlplastik "Die vier Fraktionen", Höhe 7m, für den Rathausvorplatz in Dietzenbach
 
1976
 
Brunnenanlage aus Travertin, Dietzenbach
 
1976/1977
 
Fressgassbrunnen "Granit", Fressgass' in Frankfurt am Main
 
1977
 
Granitbrunnen "Quellstein" vor dem Stadthaus in Bonn
 
1978
 
Stahlplastiken "Stahlbäume", Stadt Marl-Hüls
 
1979
 
Kupferplastik "Engel", Höhe 5m, Alter Friedhof in Darmstadt
 
1981

 
Kupferplastik "Europakugel", 2m Ø, Bertolt-Brecht-Schule in Darmstadt
 
1983
 
Brunnenanlage aus Kupfer, Rathausplatz, Mühlheim am Main
 
1984-1986
 
Figurative Kupferplastiken für Ausstellungen
 
1986
 
Brunnenanlage aus Sandstein, Alter Marktplatz, Bad Nauheim
 
1986-1987

 
Triton, Wasserplastik aus Kupfer, Leihgabe, Park der Neurologischen Klinik in Bad Homburg v.d.H.
 
1987-1990
 
Figurative Kupferplastiken
 
1990-1993
 
Weitere Arbeiten an Plastiken und Wettbewerbe
 
1994
 
Granitbrunnen auf dem Löher-Platz in Idstein im Taunus
 
1987
 
Ausstellung Staatstheater Darmstadt
 
1990
 
Ausstellung "Kunst im Park" in Bad Soden/Taunus
 
1990

 
Ausstellung der Plastiken "Dyade und Albatros" im Quellenpark, Bad Soden/Taunus
 
2008
 
Ausstellung des "Triton", Südparkweiher in Bad Nauheim
 
2008
 
Ausstellung "Kopf im Kopf", Haus am Dom
 
2016

 
Ausstellung "Erkenne Dich selbst" im Private Banking Center der Volksbank Dreieich eG in Neu-Isenburg
 

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